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    Fahrt einiger Mitglieder der Schleifergruppe ins Zillertal


    Wir müssen endlich wieder einmal in die Alpenrose, tönte es, und der Termin wurde kurzfristig ausgemacht.

    Von München über Bad Tölz und Achensee ging es in das schöne Zillertal. Wir hatten vor, im Zemmgrund zur Alpenrose aufzusteigen, um von dort Abstecher zur alten Granatmühle, Berliner Hütte und zum Schwarzsee zu machen.

    Das Wetter war nicht besonders gut, aber es regnete nicht, als wir über Mayrhofen die alte Straße bis Ginzling nahmen, um dann weiter zum Berggasthof Breitlahner zu fahren. Auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz trafen wir noch den Rest unserer Gruppe. Gemeinsam wollten wir bis zur Alpenrose aufsteigen.

    Gemütlich ging es an der Klausenalm, wo wir uns schon auf die Buttermilch auf dem Rückweg freuten, vorbei über die Schwemmalm und am Zemmbach entlang zur Grawandhütte, die schon auf 1640 m liegt. Jetzt begann der eigentliche Aufstieg. Begleitet von Wasserfällen, Geröllabstürzen und Felsen, aus denen schon Hornblende mit Granat leuchteten, und der Schlucht erreichten wir unseren Brotzeitfelsen, auf dem wir uns erstmal stärkten. Das ist Tradition und muß sein. Von hier ging es leichteren Fusses zur Alpenrose, die auf 1875 m liegt. Hier gab es ein großes Hallo mit der Hüttenwirtin. Leider waren Berge und Gletscher nebelverhangen, aber wir wußten ja, was sich hinter dem Nebel verbarg. Also wollten wir zuerst einmal die Stelle der alten Granatmühle besuchen. Ab ging's über die neue Brücke über den Zemmbach - früher gab es hier eine wacklige Hängebrücke - über Stock und Stein und eine Seitenmoräne zur Fundstelle. Die Granatmühle wurde schon lange aufgegeben, aber in einem Bach sammeln sich noch immer kleine getrommelte Granate. Jetzt hieß es, möglichst durchsichtige Steine herauszufischen. Sie sind zwar klein, können aber eine wunderschöne Farbe haben. Nachdem alle einige schöne Exemplare gefunden hatten und auch wegen unserer klammen Finger ging es über Gletscherschliffe zum Kaffeetrinken in die Berliner Hütte. Gestärkt traten wir den Rückweg zur gemütlichen Alpenrose an.

    Am nächsten Morgen trauten wir unseren Augen nicht: strahlend blauer Himmel. Da hieß es natürlich zum höher gelegenen Schwarzsee aufzusteigen, wo man einen herrlichen Überblick auf die Gletscher und Berge hat. Hier war ein Abstecher zur Diopsidrinne angesagt. Wir fanden fast durchsichtige grüne Diopside. Dann mußten wir leider Adieu sagen und es ging durch herrliche Blumenkissen vorbei an Berliner Hütte und Alpenrose wieder talwärts. Begleitet - besser gesagt ständig überholt - wurden wir von Wettläufern, die über das Nachbartal hinauf und den Zemmgrund hinunter heftig angefeuert dem Sieg entgegeneilten. Am Talausgang hatte es uns dann noch der Zemmbach angetan, wo wir Steine mit Hornblende und Granat, aus denen man schöne Cabochons schleifen kann, fanden. An der Klausenalm angelangt, ließen wir uns Buttermilch und Bergkäse schmecken. Dann waren wir auch schon wieder bei unseren Autos.

    Alle waren sich einig: es war wieder sehr schön.

    Renate Polatcek


    Last update 29.10.1998

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