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"Schneckenstein - Topas"

der Schneckenstein am 04.09.1999

Denkt man an den Schneckenstein, ist der zweite Gedanke an Topas. So sind beide Worte zu einem Begriff geworden.

Am besten zu erreichen ist der Schneckenstein von Tannenbergsthal in Richtung Mühlleiten. Von der Vogtlandschanze (Parkmöglichkeit vorhanden) geht es auf einem ausgeschilderten Waldweg bis zum Schneckenstein.

Man kann aber auch von Tannenbergsthal zum Thierbach laufen, den Bach in südlicher Richtung folgend, zum Schneckenstein gelangen. Gleich am Thierbach steht man mitten in einer Fundstelle von Edeljaspis und sehr gut ausgebildeten Turmalinen (Schörl). Unterhalb des Pfaffensteins, vor dem kleinen Deich, ist eine weniger bekannte Fundstelle für Topas.

Woher der Name Schneckenstein stammt, konnte bisher nicht festgestellt werden. Erstmals wird er am Ende des 17. Jahrh. schriftlich erwähnt. Anfang des 18. Jahrh. kaufte August der Starke den Felsen von den Falkensteinern, und bereits im Jahre 1737 wurde mit dem Abbau von Topas begonnen. Berichte geben an, dass im ersten Jahr 70 Pfund der schönsten Topase gefunden wurden, welche sich zum Teil noch in der Königlichen Kammer / Dresden befinden sollen. Wegen mangelnder Ausbeute wurde 1751 der Abbau wieder eingestellt. Aus dieser Zeit stammen auch die Topase in den Schmuckgarnituren des Grünen Gewölbe. Außerdem wurden über 480 der schönsten Schneckensteiner Topase in die englische Königskrone eingearbeitet. Durch Tiefbohrungen der SDAG - Wismut konnte der Topasfelsen auch in 775 m Tiefe nachgewiesen werden. In einer Richtstrecke in der Zinngrube "Tannenberg" wurde ebenfalls die Schneckensteinbrekzie angefahren. Am Boda-Bach (von Tannenbergsthal in Richtung Schneckenstein) fand ich 1958 in ca. 3,00 m Tiefe (in einem Schurfgraben auf eine Länge von ca. 50 m), Quarz - Turmalinschiefer-Brekzien, in welchen Topaskristalle drusig ausgebildet verkittet waren.

Tektonisch wird das Gebiet durch die variskische Gebirgsbildung bestimmt (Unterkarbon). Die Auswirkung dieser Vorgänge sind einige ausgedehnte Verwerfungen. Entscheidende Einflüsse auf die geologischen Verhältnisse und vor allem auf die Mineralisation haben die empordringenden Granitmassive von Bergen und Eibenstock. Der Schneckenstein liegt somit in der Kontakteinwirkung der erwähnten Granite.

Der Schneckenstein wird von einer stark vergreisten Ouarz-Turmalin- Schiefer-Brekzie gebildet. Die Bruchstücke bestehen aus topasierten Phyllit und werden durch Quarz und Topaskristalle verkittet. Aber auch andere Mineralien spielen dabei eine Rolle.

Topas: Al2 F2/SiO4 gehört zum rhombischen Kristallsystem und bildet vorherrschend Pyramiden und Prismen. Meist sind sie kurzprismatisch aufgewachsen. Häufig bilden sie Pseudomorphosen nach Quarz und Feldspat.

Die Farbe der Schneckenstein Topase ist vorwiegend gelblich bis weingelb oder farblos. Er bildet somit ein typisches pneumatolitisches Mineral, das den Greisen zugeordnet wird.

In Paragenese dazu gehören:

  • Quarz zum Teil Bergkristall
  • Turmalin - Schörl, dieser bildet aber auch filzige Lagen im ehemaligen Phyllit.
  • Zinnstein; als kleine Kristalle oder Körner
  • Alumochalkosiderit; bläulichgrüne kuglige Krusten
  • Kaolinit; Ausfüllungsmasse der Drusen
  • weiter; Pyrit, Kupferkies, Malachit, Azurit, Apatit, Fluorit und Chalkopyrit.

    Fundstelle rechts der Staße Der 36 m lange und 12 m breite Fels steht streng unter Naturschutz. Durch die Leidenschaft der Sammler sah man sich veranlasst, einen Gitterzaun darum zu errichten. Ein Wächter innerhalb des Zaunes passt auf, dass hinter diesem nicht gesucht, gegraben oder am Fels selbst gearbeitet wird. Vor dem Zaun ist das Suchen erlaubt, was jedoch eine fast vergebliche Mühe ist.

    Rechts der Straße in Richtung Mühlleiten, Nähe der Vogtlandschanze, konnte man (bis vor ca. 5 Jahren) in den im Wald liegenden Felsblöcken noch sehr schöne Topase finden. Aber auch hier besteht ein totales Sammelverbot, nachdem einige suchwütige Sammler begannen, unter den Bäumen zu graben. Selbst das Suchen und Auflesen wird vom Forstamt mit hoher Geldstrafe geahndet.

    Oskar von Wieckowski


    Last update 09.09.1999

    Münchener Mineralienfreunde e.V., Münchener Straße 23, 85540 Haar

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