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25 Jahre Schleifergruppe!

Ein "Alter Hase" erinnert sich.

Schleifergruppe auf den Mineralientagen 1999 Angefangen hat damals alles mit dem Wunsch die Schönheiten der Mineralienwelt und ganz speziell der Edelsteine in einer eigenen Sammlung zu konzentrieren und sich an ihrem Anblick zu erfreuen. Der bequeme Weg dazu, nämlich die begehrten Objekte käuflich zu erwerben, war aus finanziellen Gründen zur damaligen Zeit zum Scheitern verurteilt. Also blieb nur der Weg, sich auf den Hosenboden zu setzen und selber tätig zu werden.

Dies hört sich leichter an, als es zu bewerkstelligen war. Keiner wußte genau, wie es gemacht wird. Einige von uns waren technisch vorbelastet und auch die Möglichkeit, die benötigten Maschinen und Einrichtungen selbst herzustellen, war vorhanden, aber wie diese beschaffen sein sollten, war kaum bekannt. Versuche, über die einschlägige Literatur weiterzukommen, waren wenig ermutigend.

Eine " Pilgerreise " ins Mekka der Edelsteinschleifer brachte dann die ersten brauchbaren Hinweise und Erkenntnisse. Mit weit geöffneten Augen und diplomatischem Gespür konnten erste Informationen und gutes Rohmaterial gesammelt werden. Eine wichtige Devise schälte sich bald heraus. Sie lautete schlicht und einfach: vermeide das Wort Hobbyschleifer und die Frage nach gutem Rohmaterial. Sonst waren mitleidige Blicke von weit oben herab oder sogar Ablehnung die Folge. Wohl dem, der gleich zu Beginn seiner Laufbahn persönliche Kontakte zu einem der damals wenigen Berufsschleifer anknüpfen konnte, die ohne Bedenken bereit waren aus dem Nähkästchen zu plaudern und uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Unser besonderer Dank sei ihnen hier zum Ausdruck gebracht! Ihre Ratschläge sind bei uns auf fruchtbaren Boden gefallen und nun findet ein reger Austausch zwischen beiden Seiten statt.

Aus heutiger Sicht kann gesagt werden, dass die anfänglich befürchtete Konkurrenz eher zu einer Bereicherung für beide Seiten geworden ist. Die Ergebnisse unserer Bemühungen ergänzen sich ohne sich zu beeinträchtigen. Inzwischen ist das anfängliche Nachschleifen aus Tabellen mit vorgegebenen Winkeln und Teilungen der persönlichen Kreativität, eigene Schliffmuster zu entwickeln, gewichen und hat zu beachtlichen Ergebnissen geführt. Heute steht bei vielen unserer Mitglieder das Bemühen um ernsthafte Erforschung der Materie im Vordergrund. Daneben gibt es noch genügend Nachwuchs, der Nachholbedarf hat und der unserer besonderen Betreuung bedarf.

Moosachatfundstelle Sötern/Saarland 1975 Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der derzeitige Wissensstand unserer Mitglieder die gesamte Bandbreite der Edelsteinbearbeitung umfasst.
Vom Eigenbau der benötigten Maschinen mit ihren umfangreichen Zusatzeinrichtungen bis zu der Auswahl spezieller Schleifscheiben und dem Einsatz des optimalen Poliermittels. Daneben betätigen sich einige von uns auch auf schriftstellerischem Gebiet und widmen sich der Entwicklung neuer Schliffarten. Obendrein haben sich besonders Mutige an die Anfertigung selbst entworfener Schmuckstücke mit selbst geschliffenen Steinen von beachtlicher Qualität gewagt.
Auf diversen Exkursionen wird nach brauchbarem Rohmaterial gesucht, selbst Kiesgruben und Flußbetten werden nicht verschont und bringen immer wieder interessantes Gestein hervor. Schlussendlich sei noch zu vermerken, dass die Objekte unseres Schaffens in verschiedenen Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden und auch weiterhin präsentiert werden.

Heinz Engl, München, im Februar 2000


Last update 16.03.2000

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