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   Verein zur Förderung der Geowissenschaften, MM e.V.
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"Die Vereinsgeschichte"

Gespräch mit Hannes Keilmann, 1. Vorsitzender des Münchener Mineralienfreunde e.V.

Zur Vereinsgeschichte der Münchener Mineralienfreunde e.V./VFMG-Bezirksgruppe München

  • Gründerzeit
    Johannes Keilmann, 1974 Schon auf vielen Bergtouren während der Schul- und Bundeswehrzeit in Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald wuchs in mir ein starkes Interesse für das damals vollständig unbekannte Schatzsucher-Hobby "Kristalle und Mineralien", das mich im Wintersemester 1963/64 zur Aufnahme des Studiums im Fach Mineralogie an der TU München (TH) führte. In den Räumen der TU, bei der Fachschaft Geologie (Eingang Luisenstraße, IV. Stock) traf sich schon seit einiger Zeit jeden ersten Dienstag im Monat die am 09.10.1961 im Institut für Gesteinskunde der Universität München auf Einladung von Dr. Ziehr gegründete VFMG-Bezirksgruppe mit ca. 25 Mitgliedern zum Gedanken- und Steintausch.

    Hier begegnete ich u.a. Friedrich Buntfuß, der abwechselnd mit Dr. Josef Clemente Vorstand war, dem Illustrator Claus Caspari, und auch dem damals aktivsten Sammler Horst Gläsemer, der sich nicht scheute, eigene Fundstellen weiterzugeben und Exkursionen dorthin vorzubereiten (z.B. Skizze Idar-Oberstein von 16.10.63).
    Näher liegende Ziele sind belegt durch Berichte von Josef Weber (Wölsendorf 2.6.1973), Gerd Frischmuth (Rauris 17.-19. Mai 1974) oder Norbert Rassenberg (Comer See 1979). Aber auch weitere Reisen, z.B. von Otto Huber nach Giechenland (10.8.-8.9 1974), wurden organisiert.
    Selber Sammeln und Tauschen war aber auch nicht immer genug, die gemeinsamen Busreisen zu den Frühjahrs-Börsen in Heidelberg etwa in den Jahren 1973 (34 Pers.), 1977 (36), 1979 (31) zeugen von den sehr aktiven Sammlern in München.


  • VFMG-Bezirksgruppe und Münchener Mineralienfreunde e.V.
    Dr. Josef Clemente, 1974 Die Ende der 60iger Jahre sprunghaft ansteigende Zahl der nur in der VFMG-Heidelberg registrierten Mitglieder gab mir im April 1969 Anlass zu einer ersten Fragebogenaktion (erster Beleg meiner offiziellen Vereinstätigkeit) nach der Zugehörigkeit zur VFMG-Bezirksgruppe München, bei der sich 84 Unterschriften finden lassen. Knapp zwei Jahre später, am 28.01.1971 folgte ein weiterer Fragebogen vor dem Hintergrund, eine "Interessen- und Arbeitsgemeinschaft der Münchner Mineralienfreunde" zu bilden, die unabhängig von der Mitgliedschaft in der VFMG die steigenden Ansprüche an Selbstverwaltung und Programm-/Exkursionsorganisation bewältigen sollte. Mit der Durchführung der Barbarafeier 1975 und der Aufstellung des Vortragsprogrammes 1976 übernahm ich dann nach 4 Stellvertreter-Jahren von Dr. Josef Clemente den 1. Vorsitz der VFMG-Bezirksgruppe München bei einem geschätzten Mitgliederstand von ca. 250.

    Schon im Mai 1972 hatte Kassenwart Eugen Messmer die Grundlagen einer eigenständigen Vereinsgründung (MM e.V.) sondiert, die dann am 07.02.1977 (zur Vermeidung der Interessenkollission mit dem VFMG-Amt ohne mein Beisein!) erneut konkretisiert wurde und schließlich am 10.01.1978 in der Gründungsversammlung der MÜNCHENER MINERALIENFREUNDE e.V. vollzogen wurde. Neben mir als 1. Vorstand wählte die Versammlung Gerhard Voges zum Stellvertreter und Eugen Messmer zum Kassenwart. Ein gutes Jahr später, zum 1. Juli 1979 waren 432 ordentliche Mitglieder in das Vereinsregister eingetragen.

  • Verein und Börse
     Friedrich und Rosa Bundfuß, 1978 Eine vereinseigene Tausch- und Verkaufsbörse war am 07.11.1964 im Rhaetenhaus (Luisenstr. 27) von Vorstand Friedrich Buntfuß ins Leben gerufen worden, an der ich schon mit meinem Schulfreund Ingomar Jäger teilgenommen hatte und am legendären "Studentenständchen" u.a. Smaragde aus dem Habachtal (legitimierter Wächter) und Kommissionsware von Dieter Stark, dem damals ersten und einzigen Berufs-Mineralienhändler in Idar-Oberstein, angeboten hatte.

    Das Olympiajahr 1972 brachte dann für den Verein (noch VFMG-Bezirksgruppe München) mit der Verlagerung der jährlichen Mineralienbörse aus den schnell zu klein gewordenen Gaststätten (Hackerkeller, Löwenbräukeller und zuletzt Stadtmuseum) auf das Münchner Messegelände (Halle 2) einen bemerkenswerten Schritt an die große Öffentlichkeit. Um aber die finanziellen Risiken von den Vereinsmitgliedern fernzuhalten und die Gemeinnützigkeit des Stammvereins VFMG in Heidelberg nicht zu beeinträchtigen, wurde die Börse von einer wirtschaftlich unabhängigen Veranstalter-GdbR unter Beteiligung des Vorstands Dr. Josef Clemente durchgeführt und damit die Wahrung der ideellen Trägerschaft gewährleistet.
    Heute garantiert dies die vielfältige und aktive Beteiligung aller Arbeitsgruppen des Vereins auf den Münchner Mineralientagen als der größten Mineralienbörse in Europa.

    Prof. Dr.Dr.hc. Hugo Strunz 1994

  • Wie ging es dann weiter?
    Inzwischen hat das Vereinsleben sehr differenzierte Formen angenommen, was bei einer Mitgliederzahl um die 500 ja nicht verwundert. Als sehr hilfreich hat sich dabei die schon früh eingeführte Struktur nach themenspezifischen Arbeitsgruppen bewährt, die jedes Einzelinteresse abzudecken ermöglicht. Besonders bemerkenswert ist nach wie vor die uneigennützige Bereitschaft zu gegenseitiger Information über fachliche Fragen und die inzwischen weit entwickelte gesellschaftliche Komponente, ohne die ein Verein seelenlos bleiben würde. Ausgehend von einem Durchschnittsalter der Mitglieder von weit über 50 führt der Weg des Vereins sicher noch mehr in diese Richtung und wird, der steigenden Lebenserwartung folgend, den Mitgliedern weiterhin interessante Betätigung in ihrem Hobby bieten können. Es wäre zu wünschen, jüngere Mitglieder wären über die Begeisterung der älteren anregbar und einbeziehbar, wieder selbst der Natur auf die Spur zu kommen.

  • Heute:

    Mitgliederstand (Ende 1999): 
    Ehrenmitglieder
     
    Friedrich Buntfuß(seit 1978) geb. 30.11.1899/ gest. 05.01.1999
    Prof. Dr.Dr.hc. Hugo Strunz (seit 1995) geb. 24.02.1910
    Ord. Mitglieder 508


    Arbeitsgruppen, Gruppenleiter
    FotografieHermann Brunner
    JugendWerner Gut
    MicromounterManfred Seitz
    PC-WorkshopRainer Timm
    SchleifergruppeHeinrich Zeitvogel
    Senioren und AnfängerGerhard Voges
    Gruppen-Neugründung:
    Auf Anregung von Mitglied Hans-Dieter Götter wurde anläßlich der Barbarafeier 1999 die Arbeitsgruppe "Malen & Zeichnen" in Verbundenheit mit CLAUS CASPARI ins Leben gerufen.

    Sonstiges

  • Fach-Leihbibliothek mit über 450, oft mehrfach vorhandener Titel.
  • Ausstellungsvitrine im Museum "Reich der Kristalle" mit halbjährlichem Themenwechsel.
  • Internet-Homepage: www.mineralienfreunde.de; Update jeweils ca. zum 15. März und 15. September.
  • Exkursions-Planung und -Durchführung im Rahmen der Arbeitsgruppen, Führungen durch die Sonderschauen des Museums "Reich der Kristalle".

    Last update 15.03.2000

    Münchener Mineralienfreunde e.V., Münchener Straße 23, 85540 Haar