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"Nadelquarz aus dem Binntal"



Blick zum HohsandhornVom Neuschnee aus dem Mont Blanc Massiv vertrieben, versuchten mein Bruder Thomas und ich unser Glück im Binntal. Nach dem ersten Blick ins Tal war alles klar: kein Neuschnee und keine Wolken, wenn das mal kein gutes Zeichen ist.

Unser Ziel war die Binntalhütte. Sie liegt am Weg zum Albrunpass und ist etwa in 2 ½ Stunden zu erreichen. Von dort aus planten wir Touren in die Ofenhornregion und in das Gebiet um das Hohsandjoch.

Da wir schon zur Mittagszeit die Hütte erreichten, musste der restliche Tag mit einem kleinen Sammelrundgang ausklingen. Mir war zu Ohren gekommen, dass um den Albrunpass herum auch schon gute Funde gemacht wurden, so stapften wir dort durchs Gelände. Auf dem rechten Teil der Passhöhe konnten wir mehrere große Kluftspalten sehen, welche sich über viele Meter hinzogen. Mit ihnen zusammen natürlich die Spuren unserer Vorgänger. Am Kluftschutt konnte wir gut erkennen, dass es sich um zum Teil gigantische Nadelquarzklüfte handelt.

Immer weiter die Klüfte verfolgend, stiegen wir den Grat zum Albrunhorn auf. Nachdem die Kluftdichte schon stark abgenommen hatte, wurden wir auf kleine Nadelquarze aufmerksam und entdeckten schon bald deren Ursprung. Es war eine alte, schon längst ausgeräumte Kluft von ca. 2,5 m Länge und 60 - 80 cm Breite.
Da sie nicht belegt war und wir an diesem Tag schon genügend Höhenmeter gemacht hatten , entschieden wir uns, das Loch genauer zu betrachten und dann den Abstieg in Angriff zu nehmen.
Doch an diesen war schon nach kurzer Zeit nicht mehr zu denken, konnten wir doch eine Randspalte öffnen, die uns schier anflehte ausgebeutet zu werden.

Gesagt getan! So holten wir nach und nach immer wieder schöne Nadelquarzstufen aus dem Hohlraum. Es waren größtenteils Schwimmerstufen mit qualitativ recht guten Kristallen von 1 cm bis maximal 5 cm Länge. Teilweise sitzen die Quarze auf stark zerfressenen weißen Adularen, was zu sehr wirr aufgebauten Stufen führte.

So schnell sich auch unsere Rucksäcke füllten, so schnell verstrich auch die Zeit. Wir hielten es für die bessere Idee am nächsten Tag weiterzuarbeiten....

Insgesamt konnten wir ein paar schöne Stufen gewinnen, was uns den Ärger über den verkorksten Anfang im Mont Blanc Massiv schnell vergessen ließ.

Matthias Benz, Germering


Last update 01.11.2000

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