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"Eine Reise nach Rügen"



Eigentlich war ja eine Reise ins Hochgebirge geplant. Doch die fiel dann buchstäblich ins Wasser. Sie wurde einen halben Tag vor Abreise abgesagt, da es wegen des vielen Regens und des Nebels viel zu gefährlich gewesen wäre. Da war die Enttäuschung natürlich groß.

Doch da war dann noch unser Wunsch, mal nach Rügen zu fahren, der eigentlich in weiter Ferne gelegen wäre. Wir hatten nämlich zwei Wochen zuvor, beim Schleifertreffen, die bereits geschliffenen "Nordischen Gerölle" gesehen, die ein Schleiferkollege auf der Insel Rügen gefunden hatten. Wir waren total begeistert über die Farbenpracht und Mustervielfalt der Gletschergerölle. Da entstand bereits die Idee mal dorthin zu fahren, aber wie gesagt, wir hätten nie gedacht, daß es schon so bald wahr werden könnte. Wir hatten zwar nur eine Woche zur Verfügung, wollten aber doch noch das Beste daraus machen. Kurz entschlossen versuchten wir also Anfang August auf Rügen ein Quartier zu bekommen.
Es schien aussichtslos!
Von besagtem Schleiferkollegen erfuhren wir, daß es in Sassnitz - am Nordostende von Rügen - sehr schön wäre, und das da die schönsten Steine zu finden wären. Nun wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt und das Internet und die Telefone liefen heiß. Nachdem wir dann schon ganz verzweifelt waren, sollte es dann schließlich doch noch klappen. Wir hatten vom 11. bis 17. August 2000 ein angenehmes Quartier in guter Lage (nicht weit von der Kreideküste entfernt) gefunden.

Wir fuhren die doch sehr weite Strecke (900 km) in zwei Tagen mit dem Auto und erreichten die Insel Rügen mit der Glewitzer Fähre und trafen am frühen Nachmittag des 11.8. in Sassnitz ein.
Schon bald nach unserer Ankunft machten wir uns auf den Weg zur Kreideküste um einen ersten Eindruck zu bekommen. Wir waren begeistert! Am Fuße der Kreidefelsen lagen Feuersteine zum Teil umhüllt und durchsetzt von Kreide. Dazwischen und vor allem direkt am Wasser fanden wir die unterschiedlichsten Gerölle in verschiedenen Farben und Formen mit herrlichen Zeichnungen und Mustern. Manche sahen aus wie Blumengemälde, andere wie Landschaften.

Blick zu den KreidefelsenFür den nächsten Tag planten wir eine größere Tour an der Küste entlang. Ausgerüstet mit Bergschuhen, Rucksack und Stofftaschen zogen wir also am nächsten Morgen bei herrlichem Wetter los. Wir kamen natürlich nicht sehr weit, da wir sehr mit Steine befeuchten und Steine sammeln beschäftigt waren. Wir genossen es sehr und unternahmen noch viele Wanderungen an die verschiedensten Stellen der Kreideküste. Denn überall sahen die Steine wieder etwas anders aus. Die schönsten fanden wir am Fuße des Königstuhls in Richtung Arcona.

Auch Lohme war ein lohnendes Ziel. Dort gab es riesige Findlinge und große vom Gletscher und vom Meer rund und glatt geschliffene Steine.

Von jeder Tour kamen wir schwer bepackt zurück und am Ende mußten natürlich alle Steine im Auto verstaut werden, was sich als ziemlich schwierig erwies - aber zurücklassen wollten wir nichts. Lieber saßen wir beengt im Auto.

Zum Schluß kann man sagen, Rügen ist eine Reise wert! Es war wirklich ein Erlebnis. Jedoch sollte man das Quartier schon Monate im Voraus buchen, besonders wenn man im Sommer fahren möchte; dann hat man in jeder Hinsicht (Preis, Größe, Lage) noch genug Auswahl.

Der Reisebericht wurde verfasst von Elisabeth Eberle und Monika Spontil-Eibl.


Last update 01.11.2000

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