Logo  Münchener Mineralienfreunde e.V.
   Verein zur Förderung der Geowissenschaften, MM e.V.
   Schriftführung Ingrid Bode
   Ideeller Träger der Frühjahrsmesse und der Mineralientage München

Zurück
zum Archiv
"Das Anschleifen von Achaten auf der Glasplatte"

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und aller Anfang ist schwer, aber hier eine Anleitung, die den Anfang erleichtern soll.

Wie soll (muß) der Stein sein?
Gut gesägt, ohne Grat, ... (der Verfasser hilft Ihnen dabei).
Was ist an Zubehör nötig? Glasplatte, loses Siliziumkarbid (SiC), Filz, Poliermittel, Doppelklebeband, wasserfestes Schleifpapier mit 60er Körnung (Zahnbürste, Spülmittel, 20 Watt Lampe, Wasserflasche, Handtuch).

Das Anschleifen von planen Flächen an Achaten geschieht mit losem Siliziumkarbid (SiC) auf einer Glasplatte. Die Glasplatte sollte mindestens dreimal so groß wie der zu schleifende Stein und 5 mm dick sein.

Die zum Schleifen gängigen SiC-Körnungen sind: (grob) 60, 80, 100, 120, 150, 180, 220, 280, 320, 400, 500, 600, 800, 1000, 1200 (fein). Sie benötigen aber nicht alle Körnungen, das 100er dient zum Planschleifen und das 1000er für die Vorpolitur. Die benötigten Körnungen sind abhängig von Größe und Qualität der Anschlifffläche.

Bei einem planen Stein mit6ouml;ße einer Mandarine nehmen wir die Körnungen 120, 220, 500 und 1000. Größere Flächen, denr Sägegrat und unebene Flächen werden mit gröberem SiC bearbeitet z.B. 60er oder 80er Korn. Beim Entfernen des Sägegrates empfiehlt sich wasserfestes SiC-Schleifpapier der Körnung 60.

Der Schleifvorgang:
Geben Sie etwa eine Messerspitze voll 120er SiC und ein paar Wassertropfen auf die Glasplatte und legen Sie die geschnittene Seite des Steines darauf. Drücken Sie nun mit den Fingerspitzen auf den Stein und führen Sie kreisende Bewegungen aus. Nützen Sie die ganze Platte aus, um diese gleichmäßig abzunutzen! Solange das 120er Schleifkorn noch frisch ist, ist das Schleifgeräusch etwas laut. Die kreis(ch)enden Bewegungen ausführen, bis das Gefühl entsteht, der Stein gleitet über das Glas ohne das vom Stein etwas weggenommen wird. Bei einem 4cm x 3cm großen Stein dauert es ca. 2 Minuten. Geben Sie ein zweites mal eine Prise 120er SiC und ein paar Tropfen Wasser dazu und wiederholen Sie den Schleifvorgang. Danach reinigen sie den Stein und besonders die Schleiffläche mit Wasser und einer Zahnbürste. Reinigen Sie die Glasplatte. Lassen Sie die geschliffene Steinfläche trocknen. Es dürfen keine Wassertropfen oder Schlieren auf der Schleiffläche stehen bleiben (berührtrocken).

Beurteilung des Schliffes:
Nun kommt ein schwieriger Teil " Die Beurteilung des Schliffes". Die Schlifffläche so zwischen eine Lampe und das Auge halten, bis sich die Lampe spiegelt. Sollte auf der Oberfläche noch kein gleichmäßiger Schimmer erkennbar sein, obigen Schleifvorgang so oft wiederholen, bis die Unebenheiten oder Riefen weg sind.

Ist der Glanz der Oberfläche gleichmäßig, wird der Stein gründlich mit einer Zahnbürste, etwas Seife oder Spülmittel gereinigt. Es darf beim nächst feineren Schleifgang kein Schleifkorn des letzten Schleifganges mehr vorhanden sein, dieses würde die Schleiffläche verkratzen. Denken Sie auch daran, die Glasplatte und die Hände zu reinigen.

Den oben beschriebenen Vorgang wiederholen Sie jetzt nacheinander mit der 220er, 500er und der 1000er SiC-Körnung. Die Geräuschentwicklung ist nicht mehr so groß. Auch hier werden je 2 Schleifgänge, sowie nach jedem Schleifgang das Reinigen und Beurteilen durchgeführt. Bei der Betrachtung der Schlifffläche werden Sie eine feinere Struktur feststellen. Die Oberfläche muss gleichmäßig sein. Es dürfen keine Ring- oder Kreisflächen erscheinen. Die Prise Schleifmittel sollte pro Körnung auf die Hälfte bzw. ein Viertel reduziert werden. Der Grund liegt darin, dass nicht mehr so viel Material vom Stein abgetragen wird. Bitte auch bei den feineren Schleifgängen die ganze Fläche der Glasplatte gleichmäßig benutzen. Die feineren Schleifgänge dauern nur noch ¼ und weniger der Zeit vom 220er Schleifgang. Nach dem 1000er Schleifgang muss schon ein leichter Glanz an der Oberfläche sichtbar sein. Sie erkennen jetzt sogar die Glühlampe, können aber die Wattzahl noch nicht lesen.

Jetzt ist die Politur dran:
Vor dem Polieren sind die Hände gründlich zu Reinigen. Als Poliermittel eignet sich Aluminiumoxid oder Ceroxid. Vorbereitung: Auf einem Holzbrettchen, etwas größer als die Glasplatte, wird ein Filz aufgeklebt. Diese Poliergrundlage ist getrennt von Schleifmitteln halten. Grund: das Verschleppen von Schleifkörnern! Auf den Filz gibt man eine Prise Poliermittel und etwas Wasser. Das Polieren erfolgt genau wie das Schleifen in kreisenden Bewegungen, wenn möglich mit noch etwas mehr Druck. Die Polierscheibe darf nie naß sein, sondern nur feucht. Bei einer neuen Polierscheibe wird man etwas mehr Poliermittel brauchen. Es dringt in den Filz ein. Später sparsam mit dem Poliermittel umgehen. Den Stein auf dem Filz solange reiben, bis er beim Abnehmen von der Filzscheibe und leichtem Anblasen sofort trocken wird. Das Poliermittel erscheint dann als heller Belag. Wird dieser mit dem trockenem Handballen oder einem sauberen Lappen abgewischt, so erscheint darunter die polierte Fläche. Ist dies noch nicht der Fall, so wiederholen Sie mit etwas neuem Polierpulver den Poliervorgang.

Schleiffehler:
A) Ringe : Dies passiert, wenn mehrere Steine auf einer Glasplatte geschliffen wurden und das nicht gleichmäßig auf der ganzen Fläche geschieht. Der letzte Stein hat dann mit dem 120er SiC eine Mulde (nur einige zehntel mm) in die Glasplatte geschliffen.
B ) Kreise : Wenn diezuletzt benutzte Glasplatte wie oben nicht gleichmäßig abgenutzt wurde und für die 220er Körnung eine neue Glasplatte verwendet wurde. Jetzt werden die leicht konvex geschliffenen Steine nur in der Mitte oder am Rand (je nach dem wo man mehr drückt) geschliffen.

Viel Spaß und Erfolg

Heinrich Zeitvogel
PS: Noch Fragen...? schleifer@mineralienfreunde.de


Last update 01.11.2000

Münchener Mineralienfreunde e.V., Münchener Straße 23, 85540 Haar