Logo  Münchener Mineralienfreunde e.V.
   Verein zur Förderung der Geowissenschaften, MM e.V.
   Schriftführung Ingrid Bode
   Ideeller Träger der Frühjahrsmesse und der Mineralientage München

Zurück
zum Archiv
Mineralienreise nach Namibia

Namibia Brandberg Namibia ist der jüngste afrikanische Staat und seit dem 21. März 1990 unabhängig. Flächenmäßig ist Namibia gut zweimal so groß wie Deutschland, hat aber nur ca. 1,8 Millionen Einwohner. Die endlose Weite und trotz aller Kargheit, sehr abwechslungsreiche und faszinierende Landschaft, hinterlässt einen unvergesslichen Eindruck, der uns bereits zum vierten Mal nach Namibia lockte.

Natürlich ist auch ein Hauptgrund der Reise die Vielfalt der dort vorkommenden Mineralien und die Möglichkeit diese auch selber zu suchen.
Per Direktflug geht es von München nach Windhoek, wo der Flughafen circa 35 km außerhalb der Stadt liegt. Von dort aus geht es dann mit dem Bus oder Taxi in die Stadt aber wir wurden dort abgeholt. Nachdem unsere drei Mitreisenden schon mehrmals in Namibia waren, besaßen sie bereits sehr gute Ortskenntnisse, was natürlich bei der Auswahl und beim Auffinden der Fundorte von Vorteil war.

Unser erstes Ziel war die für schöne Fluorite bekannte Okorusu-Mine, wo wir leider nicht selber suchen durften. Aber der Manager war sehr freundlich und wir konnten unter seiner fachkundigen Führung in einem Geländefahrzeug die Mine besichtigen. Anschließend verkaufte er uns noch einige schöne Stufen zu einem anständigen Preis. (Ein Jahr später war die Mine geschlossen).

Unser Weg führte uns weiter nach Tsumeb. Auch hier wurde der Betrieb der Mine eingestellt. Wir hatten aber noch die Gelegenheit, bei diversen Händlern einige Tsumeb-Mineralien zu kaufen.
Am Abend erreichten wir unser Quartier in Grootfonten, von wo aus wir die Mine "Berg Aukas" besuchten. Nach längeren hin und her bekamen wir die Erlaubnis auf der Halde zu suchen. Da wir selber nur einige bescheidene Descloizite fanden, nutzen wir das Angebot eines Minenarbeiters und erwarben zusätzlich einige bessere Stücke.

Die nächsten drei Tage verbrachten wir in Namutoni im Etosha-Nationalpark, einem der der wildreichsten Naturparks Afrikas. Sein Besuch ist bei einer Namibiareisest unumgänglich, wir konnten hier wunderschöne Tierbeobachtungen machen.

Von Namutoni ging es dann weiter über Otjiwarongo und Kalkfeld nach Omaruru. Hier sollte es irgendwo gelbe Fluorite geben. Es gelang uns aber nicht diese Lokalität zu finden, wir fuhren also zu unserem nächsten Ziel, dem Minenort Uis. Von hier wollten wir die Gegend um den Brandberg besuchen.

Grüner TurmalinBei dem Besuch einer in der Nähe liegenden Turmalinmine fand meine Frau einen kleinen grünen Turmalin. Im Gelände neben der Straße entdeckten wir später ein Quarzband aus dem wir nach gemeinsamer Arbeit einige Artischocken- und Fensterquarze bergen konnten.
Abends machten wir dann an der Bar im Rest-Camp von Uis mit einem Claimbesitzer, eine Fahrt für den nächsten Tag zu seiner Fundstelle, in Richtung Goboboseb-Berge, am Tafelkop aus. Die Fundmöglichkeiten sind, bei harter Arbeit in großer Hitze, sehr gut. Hier kann man klaren Bergkristall, Amethyst, Rauchquarz oder alles in einem Kristall, als Phantom-, Zepter- oder Fensterquarz ausgebildet finden. Ganz in der Nähe gibt es auch noch eine weitere Fundstelle für Quarz u. Prehnit. Nachdem wir uns bei dieser Hitze nicht plagen wollten/konnten und auch nur relativ wenig Zeit hatten, waren unsere Funde diesmal eher bescheiden.

Von Uis ging unsere Reise weiter über Henties-Bay, am Atlantik entlang, nach Swakopmund, einem beliebten Badeort am Atlantischen Ozean. Hier ist der deutsche Einfluß aus der Kolonialherrschaft um 1900, aber auch von Einwanderen aus jüngerer Zeit, deutlich zu merken. Von hier besuchten wir einige Male die Spitzkoppe. Die große Spitzkoppe selbst liegt in einem Naturschutzgebiet, in ihrer weiträumigeren Umgebung gibt es immer wieder Pegmatite und Miarolen im Granit. Auch hier werden von den Einheimischen die regional gefundenen Mineralien zum Kauf oder Tausch gegen Lebensmittel, Kleidung, Zigaretten usw. angeboten.

Rosenquarz RössingbergeIn den Rössingbergen suchten wir noch einige kleine Minen auf und fanden grüne Turmaline im Quarz, Chalcedon sowie gelben Jaspis. Interessant sind auch die Turmalinminen in der Umgebung von Usakos und Karibib. Sie sind natürlich alle in Privatbesitz, bzw. auf privaten Farmgelände.

Nach einer Woche Swakopmund mit diversen mineralogisch geprägten Tagesausflügen, fuhren wir wieder nach Uis. Mit Patrick de Villet, dem Leiter des Rest-Camp in Uis, konnten wir dann noch einige interessante Touren unternehmen. Wir nutzten die Gelegenheit, die Turmalinmine eines seiner Freunde zu besuchen und konnten die schwere Arbeit in der Mine miterleben. In der Nähe befand sich auch Beryllfundstelle, wo wir gelbgrüne, milchige Berylle im Quarz fanden. Außerdem stöberte meine Frau eine schöne, etwa 1m lange, Peitschenschlange auf. Die zog sich aber gemächlich in ihr Versteck zurück.

Nach drei schönen Wochen mussten wir leider wieder die Heimreise antreten. Aber, wenn einen der "Virus" Namibia gepackt hat, dann kommt man immer wieder hierher.

Und so zieht es auch uns wieder in dieses schöne Land.

Glück auf

Paul Weghorn


Last update 01.11.2001

Münchener Mineralienfreunde e.V., Münchener Straße 23, 85540 Haar