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    Die Lithothek

    Info Nr. 2 vom August 2005

    Das Photo gibt einen kleinen Einblick, wie es bei diesen wöchentlichen Zusammenkünften aussieht.

    Im Mai 2001 hatten wir an dieser Stelle erstmals von der Lithothek gesprochen. Damals war die unter diesem Namen angedachte Sammlung von Micromounts eine Vision, deren Realisierung noch in den Kinderschuhen steckte. Wir hatten auf viele Fragen selbst keine Antwort. Wir haben einfach etwas begonnen, was der Vorstand unseres Vereins einmal als "Quadratur des Kreises" bezeichnete.

    Inzwischen sind vier Jahre ins Land gegangen, und unser "Baby" hat sich gut entwickelt. Die Lithothek hat inzwischen einen festen Platz im Leben unserer Arbeitsgruppe. Einmal wöchentlich treffen sich einige Mitglieder der Gruppe in der Wohnung des Gruppenleiters, um gemeinsam unsere Referenzsammlung voran zu bringen.

    Wir formatisieren selbst gesammeltes oder gespendetes Rohmaterial und freuen uns, wenn wir die schönsten Stücke, die wir dabei finden, in die Lithothek einordnen können. Daß bei dieser Arbeit auch unsere eigenen Sammlungen bereichert werden, versteht sich von selbst. Wir prüfen aber auch fertige Sammlungsstücke, die uns von Mitgliedern oder von Externen gespendet werden auf ihre Eignung für die Lithothek.

    Frau Dorothea Kulicke Dabei gehen wir nach folgenden Grundsätzen vor: In die Lithothek wird jedes Mineral von jeder Fundstelle zumindest einmal aufgenommen. Wenn uns mehrere Stücke desselben Minerals von derselben Fundstelle vorliegen, dann verdrängt das bessere Stück das gute. Hiervon machen wir jedoch Ausnahmen in zwei Fällen.

    Wir nehmen mehrere Stücke desselben Minerals von derselben Fundstelle dann auf, wenn es sich um Ausbildungsvarianten, z.B. hinsichtlich Form oder Farbe handelt. Ein in die Lithothek aufgenommenes Stück wird auch dann nicht durch ein anderes Stück verdrängt werden, wenn hierdurch einer unserer Spender nicht mehr repräsentativ in der Lithothek vertreten wäre.

    Hierzu möchten wir ein Beispiel geben: Frau Dorothea Kulicke war eine sehr engagierte Sammlerin. Ihre besondere Liebe galt der Grube Clara und den unterschiedlichen Ausbildungsvarianten ein- und desselben Minerals von ein- und derselben Fundstelle. Schon zu Lebzeiten arbeitete sie mit anderen Gruppenmitgliedern daran, ihre Sammlung in einem repräsentativen Querschnitt in die Lithothek zu überführen. Heute ist sie mit über 800 Stufen in unserer Sammlung vertreten, darunter über 40 unterschiedlich ausgebildete Olivenite. Aber auch andere Mineralien von der Grube Clara kommen in unterschiedlichster Tracht und Habitus daher.

    Nicht ganz so variantenreich wie die Olivenite zeigen sich die Cornwallite. Aber auch hiervon sind über zehn unterschiedlichste Stufen in der Lithothek, von denen wir hier nur drei zeigen wollen.

    Im Augenblick (August 2005)umfasst die Lithothek fast 6000 Stufen von annähernd 1800 verschiedenen Fundorten. Die Stufen stammen von insgesamt 30 Spendern, die nur teilweise aus unserer Gruppe stammen. Auch befreundete Sammler, die gar nichts mit unserer Gruppe oder dem Verein zu tun haben, beteiligen sich an unserer Sammlung. Mit mehr als 1.800 unterschiedlichen Mineralarten sind wir einem unserer Ziele, eine aussagefähige Systematiksammlung aufzubauen, schon recht nahe gekommen. Aber auch einem anderen Ziel nähern wir uns mehr und mehr: Für eine Reihe von Fundorten können wir in unserer Lithothek schon heute repräsentative Querschnitte durch ihre Mineralienparagenese anbieten.



    Wir haben also eine ganze Menge erreicht. Wir sind aber weit davon entfernt, den Aufbau unserer Lithothek als abgeschlossen zu betrachten. Im Gegenteil. Wir sind voller Pläne. Die Ideen gehen uns nicht aus. Es gibt immer wieder interessante Themen rund um die Lithothek, der wir eine goldene Zukunft prognostizieren, wie sie in dieser Stufe (Bildbreite 2,5 mm) von der Nevada Mine in Kalifornien zum Ausdruck kommt. Daher wollen wir künftig an dieser Stelle immer wieder einmal darüber berichten, was es in unserer Lithothek Neues und Interessantes gibt.






    Anfragen senden Sie bitte an:
    Dr. Manfred Seitz
    Lohäckerstr. 1
    D-85551 Kirchheim
    Tel.: 089/9038625, Fax: 089/90469588
    e-mail: Dr. Manfred Seitz

    Last update 27.11.2005

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