Logo  Münchener Mineralienfreunde e.V.
   Verein zur Förderung der Geowissenschaften, MM e.V.
   Schriftführung Ingrid Bode
   Ideeller Träger der Frühjahrsmesse und der Mineralientage München

Zurück
zum Archiv


50 Jahre Münchner Mineralienfreunde

Teil 2: Die Jubiläumsfeier - Das Treffen

    Zum Ort des Treffens gab's anfänglich längere Diskussionen: zur Wahl standen ein schon mehrfach bei Sommerfesten genutzter Steinbruch und ein nicht so direkt mit Mineralien in Verbindung zu bringendes Kohlebergwerk. Beim Steinbruch könnte das Wetter Schwierigkeiten machen, anfangs Oktober ist eben schon Herbst evtl. mit Regen und Kälte. Das wäre gerade für die Älteren eher weniger gut, der Aufwand für Sitzmöglichkeiten, Verpflegung, Unterhaltung, Musik wäre im Freien auch recht hoch.
    Das Kohlebergwerk Peißenberg war unter Berücksichtigung dieser Standpunktkriterien wohl die bessere Alternative. Es gibt dort drei Museen, einen leicht zu begehenden Schaustollen, eine prima Festhalle, Musikkapellen zur Auswahl, eingespieltes Catering, sowie eine erprobte Organisation von Seiten der Gemeinde Peißenberg.
    Anfahrt mit der Bahn von München alle Stunde, Dauer jeweils eine Stunde mit Bahn oder Auto.

    Ein bisschen schwieriger war es, auf die Frage "wie viele werden denn kommen" eine sichere und belastbare Antwort für die weiteren Planungen zu finden. Ausgehend von einer ersten Schätzung von 120 Personen, hatten wir uns überlegt, zur Verifizierung der Zahlen bei der Anmeldung eine Gebühr von 10 Euro zu erheben und dafür die Kosten für alles an diesem Tag anfallende (Speisen und Getränke, Museumsbesuche und Führungen) vom Verein übernehmen zu lassen. Kam gut an, wurde akzeptiert. Ging zunächst nur recht zäh los, das Anmelden, nach der Bekanntgabe des Veranstaltungsprogramms und des Termins. Da waren's ursprünglich nur 90, bald dann 105, 120 und plötzlich ein Sprung auf 150. Schlussendlich waren's doch 173, die gemeldet, gezahlt und gekommen waren. Da mussten zwischendurch vor allem die Essenszahlen für die Catering-Mannschaft immer wieder "angehoben" werden. Die hatten sich zum Schluß auf 190 Teilnehmer eingerichtet. War gut; es waren ja auch etliche Altmitglieder und Ehrengäste eingeladen und gekommen.

    Knappenschaftskapelle ohne elektronische Verstärker
    Zur Unterhaltung wurde eine Knappenschaftskapelle ausgesucht, die stilgerecht in Originalkostümen und in Originallautstärke, d.h. ohne elektronische Verstärker spielen sollte.



    Mit dieser Kapelle und ihrer Musik ging's am 3. Oktober, einem strahlend schönen, fast zu warmen Herbsttag pünktlich um 12 Uhr in der festlich gedeckten Tiefstollenhalle zu Peißenberg los.

    Eröffnungsrede
    Nach der musikalischen Einleitung begrüßte unser Vorstand, Horst-Max Endter, seine Gäste und informierte sie über das, was sie im Laufe des Nachmittages erwartet.

    Vortrag des Altbürgermeisters
    Anschließend berichtete als Zeitzeuge der Altbürgermeister von Peißenberg über die Geschichte des Bergbaus, speziell des Tiefstollens und der Museen vor Ort mit einer launig vorgetragenen Diaschau.

    Bühneninterview
    Es folgte eine Talk-Runde mit ausgewählten Mitgliedern aus der Frühzeit und dem Jetzt des Vereins sowie seiner unterschiedlichen Gruppen und Tätigkeiten. Unter dem Motto: Wir stellen hier vor, was der Verein alles kann und auch macht.

    Da erzählte uns als erstes einer, dass er übers Schleifen zum Verein gekommen ist. Waren's früher mehr Scheiben, sind's heutzutage mehr Kugeln, zu denen schöne Gesteine und Mineralien von ihm geschliffen werden, bevorzugt mit Anlagen, die in Eigenkonstruktion und -bau entstanden sind.

    Der Nächste hat bereits vor 10 Jahren einen Mineralien-Atlas im Internet gegründet zu Orten und Mineralien, weltweit. Eintragen kann jeder Sammler selbst seinen Besitz und seine Fundorte. Umfang heute: 5000 Mineralien bei 42000 Varianten, aber auch Fossilien, Gesteine und Abbildungen.

    Ein Weiterer brachte einen Bericht vom Gold auf der Insel Elba. War natürlich Pyrit nicht Gold, aber dafür in Unmengen und wirklich das Schönste an Stufen und Gruppen von diesem Mineral. Heute gibt es in der Sammlung dieses Herrn fast alles, was es auf der Welt gibt. Er hat früher über viele Jahre hinweg viele Jugendgruppen geleitet und begeistert.

    Ein Gründungsmitglied, seit 1963 dabei, erzählt von seiner, wahrscheinlich größten Radialstrahl-Mineraliensammlung. Und dass er, nachdem ihm auf einer Reise nacheinander seine drei Kameras defekt wurden, fast zwangsläufig zum Zeichnen und Malen (in Aquarelltechnik) gekommen ist und damit weithin bekannt wurde.

    Ein weiteres, sehr frühes Mitglied mit großem Engagement wurde im Lauf der Zeit nicht nur zweiter Vorsitzender, er hat letztlich auch die Leitung der Seniorengruppe übernommen. Damit's bei seiner reisefreudigen Truppe auf der Tour immer besonders gut klappt, macht er seit Jahren eine Vorexkursion zu den zu besuchenden Fundstellen und Unterkunftsmöglichkeiten. In seiner Sammlung gibt's auch eine besondere Rarität: er hat nämlich bei einem seiner Ausflüge in einem Bergwerk einen von seiner Truppe vergessenen Besucher gefunden, der schon recht hilflos und lichtlos in gefährlichen Stollen herumirrte.

    Zum Abschluß kam der Bericht von der Lithothek, der weltweit größten Sammlung von Mineralien in Micromountergröße hier in München in einem gesponsorten Appartment. Bei dieser Sammlung, bzw. den Mineralienfreunden, die sie pflegen, bestehen weltweite Verbindungen zu anderen Sammlern, mit denen auch internationale Tauschgeschäfte abgewickelt werden.

    Dann ergriff der Vorstand wieder das Wort, zum Thema: Der Verein und seine Mitglieder. Er gedachte dabei zunächst der Personen, die sich um den Verein verdient gemacht haben und einer Erinnerung und Würdigung wert sein sollen. Er schlug dabei einen weiten Bogen vom ehemaligen Schatzmeister zur rührigen Verwalterin der Beiträge, dem Herrn, der für beste Vorträge und Referenten sorgt bis zu den engagierten Leitern der verschiedenen Gruppen des Vereins und vor allem dem langjährigen Vorstand und Organisator der Münchner Mineralientage. Ein herzlicher Dank mit Applaus ging an die vielen selbstlosen Helfer, die sich um die beiden Jubiläumsveranstaltungen verdient gemacht haben.
    Sein Anliegen war daraufhin, dass Mitarbeit am und im Verein nicht immer nur von den selben Personen ausgehen sollte, sondern zumindest auch mal von anderen probiert werden könnte.
    Neuerungen wurden kurz angesprochen: Lastschrifteinzug der Beiträge, elektronisches Mahnverfahren, Infos über e-mail, Herausgabe eine Flyers.
    Dann das alte Thema: Neue Mitglieder, Nachwuchsförderung, neue Variante einer Jugendgruppe. Der Vorstand sei ganz neugierig auf Ideen und Hilfen aus dem Verein bei der Lösung dieser Probleme.
    Es folgte noch sein Vorschlag zum Stichwort "Auflösung einer Mineraliensammlung". Die Rede von Horst Max Endter zum nachlesen (pdf).

    Nach dieser Rede durfte das Mittagessen serviert werden.

    Gesättigt und gestärkt konnte dann jeder aus dem Angebot des Rahmenprogramms für sich das Passende auswählen: Tiefstollenbesichtigung, Bergwerkmuseum, Maschinensammlung, jeweils unter fachkundiger, erfahrener Führung oder Wanderung im Sonnenschein in der nächsten Umgebung des Bergwerks.

    Zwischendurch gab es die Gelegenheit zum Kaffeetrinken und zu vielen, vielen Gesprächen mit alten und wiedergetroffenen Bekannten aus dem Verein.

    Knappentanz
    Den Abschluß bildete ein viel bewunderter Knappentanz (symbolisierter Tag eines Knappen) mit Knalleffekt (dargestellte Sprengung in Stollen) im Freien bei immer noch hochsommerlichen Temperaturen.



    Nach kurzer Verabschiedung durch den Vorstand, seinem Dank an die Helfer der Gemeinde und des Bergwerks und einem kleinen Erinnerungsgeschenk war dann der offizielle Teil der Jubiläumsfeier zu Ende..

    Knapenkircherl

    Teil 1: Die Jubiläumsschau


    Last update 30.07.2012

    Münchener Mineralienfreunde e.V., Hahilingastr. 15a, 82041 Oberhaching