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Iphofen-Exkursion Juni 2012

Exkursion nach Iphofen am 09.06.2012

In der Zeitschrift Lapis Nr. 4 vom April 2012 wurde in Aktuell-www.lapis.de unter dem Motto "Bergkristall: Natur - Technik - Kunst!" auf die Sonderausstellung im Knauf-Museum Iphofen hingewiesen.

Es wurden - die Ausstellung endete am 10. Juni 12 - erstmals Meisterwerke des Edelsteinschleifers Manfred Wild im neuen Erweiterungsbau des Knauf-Museums gezeigt.

Heinrich Zeitvogel regte an die Sonderausstellung zu besuchen. Außerdem sollten danach zwei Sandgruben begangen werden.

Heinz Engl reiste mit Elisabeth Eberle und Karina Martin von München an. Gerd Backhaus und Eva-Maria Schweitzer reisten mit der Bahn nach Ingolstadt und mit Manfred Meinhold und Heinrich Zeitvogel weiter per Auto nach Iphofen, wo wir alle pünktlich zur Eröffnung des Museums um 10 Uhr eintrafen. Dem Münchner Regen waren wir entgangen, denn im Unterfranken schien die Sonne.

Die Gemeinde Iphofen stellt sich im Internet als eine Weinstadt mit Kultur vor. Über 20 Weingüter gibt es hier im Steigerwald.
Die geologischen Einzelheiten, die für den Weinbau förderlich sind, sind auf der Homepage des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LFU) unter "Schichtstufen am Schwanberg - Geotop Nr. 57" nachzulesen:
Fruchtbare Estherien-Schichten bilden mit darunterliegenden nährstoffreichen und wasserundurchlässigen Böden ideale Voraussetzungen für den Weinanbau.
Gipsführende Schichten führten dazu, das Iphofen ein bedeutender Standort der Gipsindustrie mit ca. 1.200 Arbeitsplätzen ist. Die weltweit agierende Firma Knauf Gips KG ist neben dem Weinbau die wichtigste Erwerbsquelle.


Heinrich Zeitvogel hatte Hr. Schneider, einen Fachmann des Knauf-Museums und Experte für quarzführende Gerölle dieser Gegend, um die Führung durch das Museum gebeten. Er begrüßte uns auf dem Marktplatz der historischen Iphofener Altstadt vor dem neuen Anbau des Knauf-Museums.

Das weltweite tätige Unternehmen Knauf produziert aus mineralischem Gips und aus Rauchgasgips von Kohlekraftwerken Produkte für den Trockenbau/Innenausbau. Das Museumsgebäude, rechts neben dem Anbau, war ursprünglich Bürogebäude der Firma Knauf-Gips KG. Nach Fertigstellung eines neuen Verwaltungsgebäudes am Stadtrand begann Dr. Alfons N. Knauf das Gebäude zum Museum umzubauen. Seine Idee war Gips für die Herstellung von Abgüssen aus Kunst-werken in Museen oder an Originalplatzen in aller Welt zu verwenden.
Heute sind im Museum 200 Repliken - meist aus Gips und farblich so behandelt, dass ein Unterschied zum Original kaum festzustellen ist. Sie sind nach den alten Kulturepochen geordnet, beginnend etwa um 3500 v. Chr. 1983 wurde das Knauf-Museum mit der Reliefsammlung der großen Kulturepochen eröffnet.


Ein wuchtiger Bergkristall am Eingang ließ schon ahnen, was ein Künstler aus solchen "Edelsteinen" herausschleifen kann.









Die Clownsfische wurden mit feinstem Pinsel von unten auf den Schalendeckel gemalt.
Clownsfische -Amphiprion bicinctus- leben im Roten Meer in Symbiose mit Anemonen




Segelschulschiff "Gorch Fock" maßstäblich

Die ausgestellten Objekte präsentierten was Natur und Kunst zusammen herausbilden und darstellen können, wenn eine entsprechende Technik zur Verfügung steht.

Eine weitere Verbindung von Bergkristall (SiO2) zur Technik - ja zu HiTec - war in einer Vitrine ausgestellt. Gezeigt wurden Siliziumwafer für die Chip-Herstellung. Schließlich sind Quarze aber auch für die Herstellung frequenzgenauer Schwingungserzeuger in der Uhren- und Elektronik-Industrie sehr wichtig. Als die Glasmacher noch keine guten Gläser für die Forschung z.B. für Prismen herstellen konnten, schliff man diese aus Bergkristall. Erst Fraunhofer gelang es schlierenfreie Gläser herzustellen.

Für Bergkristall-Kunstwerke besteht auch heute noch Interesse bei Höfen und bei Magnaten überall in der Welt.

Anschließend zeigte uns Herr Schneider auch noch die Repliken - die Abgüsse - von Figuren und Reliefs aus alten Zeiten. Das Museum-Knauf war eine Reise wert!





Nach dem Mittagessen führte uns Herr Schneider zu verschiedenen Sandgruben in der Nähe. Mit Trommelsieben werden Steine vom Sand getrennt und aufgeschüttet.



Nachdem uns Herr Schneider einige selbstgesammelte Stücke geschenkt hatte, wussten wir wonach wir suchen konnten. Es sollten Jaspis, Muschelkalk, Achat und andere quarzführende Gesteine zu finden sein.


Manfred fand einen Jaspis,


Heinrich fand diesen Muschelkalk

Wir hatten haben alle zusammen viele Funde eingesammelt und waren sehr zufrieden. Das Sommerwetter hatte den ganzen Tag angehalten. Nach einer Pause im Grünen machten wir uns gegen 17:30 auf den Heimweg und kamen alle wohlbehalten in Ingolstadt und München an.

Vielen Dank an Heinrich Zeitvogel.


Zufriedene Teilnehmer der Exkursion: Karina Martin, Manfred Meinhold, Eva-Maria Schweitzer, Elisabeth Eberle und Heiner Zeitvogel. Im Hintergrund Heinz Engl.
Nicht auf dem Bild: Fotograf und Verfasser des Artikels Gerd Backhaus.

Glückauf!

Quellen:
LfU-Bayern
Homepage Knauf
Homepage Iphofen

Fotos:
Gerd Backhaus (mit Erlaubnis von Herrn Manfred Wild) und Bergkristall-Flyer

Anfragen können gestellt werden an den Vorsitzenden der Schleifergruppe:
Heinrich Zeitvogel
Scheffelstr. 11
D-85055 Ingolstadt
Tel.: 0841-956193
Fax: 0841-920133
e-mail


Last update 13.09.2012

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