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Sachsenfahrt der Anfänger und Senioren
vom 22.6. bis 30.6.2013

Am Samstag morgen starteten wir unsere Busexkursion mit 30 Mineralienfreunden von München nach Sachsen, alle erwartungsfreudig und bestens ausgerüstet mit Koffern, Werkzeug und noch leeren Steinschachteln.
Ein kurzer Umweg auf der Hinfahrt führte uns zur berühmten Göltzschtal-Eisenbahnbrücke. In Pobershau hieß uns das Hotel „Zur Schwarzbeerschänke“ willkommen und verwöhnte uns die nächsten Tage mit seiner wunderbaren Küche.

Unseren ersten Abend verbrachten wir in Zöblitz bei Sieglinde und Hans Richter von der Erzgebirgischen Bergbauagentur. Dort, in ihrer Kaue, trafen wir uns nun täglich. Er führte uns mit Vorträgen in den Bergbau der Region ein, erklärte die Geologie der Umgebung und informierte uns über die Mineralien, die wir finden wollten. Danach genossen wir alle den zünftigen Bergmannsschmaus mit den „passenden“ Getränken.

In den nächsten zwei Tagen begleitete uns Hans Richter an verschiedene Fundstellen. Auf der Halde 139 (Vater Abraham) suchten wir nach Herzenslust, u.a. nach Baryt, Fluorit und Silber.
Im Steinbruch Zöblitz fanden wir verschiedenfarbigen Serpentinit.
Auch bewunderten wir die Ergebnisse eines Skulpturenwettbewerbs, geschaffen aus dem Gestein aus eben diesem Bruch.



Wir gruben in einem Bach nach Quarziten und Amethyst, erforschten alte Halden und Hans sägte uns am Nachmittag auf Wunsch die größeren Brocken in seiner Werkstatt auf – wodurch unsere Funde noch erheblich an Schönheit gewannen.


Das schlechte Wetter setzte erst ein, als wir uns von Sieglinde und Hans verabschiedet hatten um nach Freiberg zur „terra mineralia“ zu fahren. Viele verbrachten den ganzen Tag in dieser einmaligen Ausstellung spektakulärer Mineralstufen und einige Kameraakkus dürften dort schlappgemacht haben.


Am vierten Abend hieß es Kofferpacken, denn nun brachen wir auf zu unserem neuen Exkursionsstandort Hoyerswerda.
Wilfrid Sauer würde nun unser immer sachkundiger und freundlicher Begleiter für die nächsten vier Tage sein.


Er begrüßte uns im Bergbaumuseum Knappenrode und führte uns fachkundig durch Brikettfabrik, Ofenmuseum, Freigelände mit vielen Gerätschaften und Fahrzeugen und eine kleine Ausstellung örtlicher Mineralienfunde.


In der Lausitz suchten wir nach Variscit (leider blieb es eher beim Suchen – aber Wilfrid sorgte großzügig für „Ausgleich“), fanden schöne Quarzkristalle und Konglomerate auf dem Dorfacker und Pentlandit in Tschechien. Hier begleitete uns zusätzlich Michael Leh und erzählte uns alles Wissenswerte (nicht nur) über das Raseneisenerz.
Mit dem Besuch des schönen gußeisernen König-Friedrich-August-Turms und einem schnellen Stadtrundgang in Bautzen kam auch die Kultur nicht zu kurz.


Ein ganzer Exkursionstag führte uns in den Braunkohletagebau Nochten nach Weißwasser: Nach Erklärung in Wort und Film wurden wir mit einem Spezialbus mitten ins Abbaugebiet gebracht. Sehr eindrucksvoll waren die riesigen Kohlebagger und die unendlich scheinende Abbaufläche.


Im schön angelegten Findlingspark Nochten hatten wir eine einmalige Aussicht auf die Landschaft der Lausitz. Wo hat man sonst schon die Gelegenheit, ein Foto von blühendem Edelweiß mit dampfspeienden Kühltürmen im Hintergrund zu machen?

Von Steinen haben wir nie genug, also fuhren wir noch in eine Kiesgrube. Keiner hatte mehr Rücken- und Knieschmerzen beim Anblick der Kieselberge mit Feuerstein, Limonitgeoden, verkieselten Hölzern und Achatgeröllen.

Unsere Sachsenfahrt klang aus mit einem abwechslungsreichen Tag u.a. im Maisfeld, wo wir (mit Genehmigung des Bauern) nach Herzenslust Windkanter, schöne farbige Quarze und auch eine hervorragende Druse vor dem Pflug „retten“ durften.
Der kleine, fast menschenleere Altstadtbereich von Hoyerswerda, das gut bestückte Stadtmuseum im Schloss mit Zoo und die Krabatmühle Schwarzkolm waren unsere letzten Programmpunkte. Wir verabschiedeten uns bei einem gemeinsamen Abendessen herzlich dankend von Wilfrid Sauer.

Unser Busfahrer Carsten brachte unsere gut gelaunte Gruppe und viele steingefüllte Kisten nach neun Tagen wieder sicher nach München zurück.




Text: Renate Deska
Fotos: copyright Rolf Deska, G.&J. Niggl