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Wochenendexkursion mit dem Verein ‚Gruppo Mineralogico Trentino' GMT

vom 16. bis 18. September 2005 in Sant'Orsola Terme, Fersental (Trient)

Freitag 16. September 2005. Gegen 16 Uhr erreichen wir das mitten im Ort gelegene Hotel "Centrale" in Sant' Orsola, eine Stunde vor der vereinbarten Zeit. Ein paar "Mineralienfreunde" haben es sich bereits im Garten gemütlich gemacht. Der Rest der Gruppe trifft nach und nach ein. Es ist kühl, aber noch angenehm. Wie ungemütlich es noch werden wird, sollen wir laut Wetterbericht bald erfahren.

Polenta Bewirtung Polenta

Nach dem Abendessen erwarten uns im großen Sommerzelt der Gemeinde die Trentiner Mineralienfreunde vom GMT, die uns mit einem großen Programm mit Diashow, Filmvorführung, Vorträgen und einer Tombola überraschen. Die freundliche Bewirtung und vor allem die unermüdliche Aufmerksamkeit der Trentiner Freunde, im besonderen der "gemelli", den beiden quirligen Zwillingen, tragen bei zu einem gelungenen Abend. Gegen 22 Uhr bekommt jeder eine große Portion frisch zubereiteter Spaghetti mit Fleischsoße. Auch wenn die persönliche Kommunikation zwischen unserer und der italienischen Gruppe wohl mangels ausreichender Sprachkenntnisse nicht recht zustande kommt, trübt dies nicht den Spaß für den einzelnen. Erst nach Mitternacht geht's bettwärts.

Grill Polenta

Es regnet Der nächste Tag bringt erst einmal alle Pläne durcheinander:
Es regnet nämlich. Nach längerem Überlegen und Warten von Seiten unserer Gastgeber wird schließlich für den Vormittag ein Alternativprogramm beschlossen: eine Führung durch das Schaubergwerk 'Grua va Hartömbl' in Palai.
Hier können wir auf beeindruckende Weise nachempfinden, wie die Bergleute und zum Teil auch ganze Familien, unter schwierigsten Bedingungen arbeiten mussten.

Der Regen lässt etwas nach und so können wir am Nachmittag doch noch nach Cinque Valli fahren, unserem ursprünglichen Ziel für diesen Tag. Das Mittagessen gibt's vorher im Zelt, da das an den Fundstellen geplante Freiluftgrillen leider ausfallen muss. Die angekündigte Panoramasicht auf der Fahrt in die Cinque Valli bleibt hinter einer Nebelwand verborgen. Auf der Halde angekommen, verteilt sich die Gruppe schnell und es beginnt ein emsiges Suchen nach Fluorit, Cerossit, Pyromorphit, Bleiglanz usw. Wer den Berghang hinaufsteigt, sieht von oben hinunter auf die gebeugten Rücken der Sammler in ihren roten und blauen und grünen Regenjacken. Die aufgespannten Schirme wirken wie Riesenpilze.

Eine kleine Gruppe wandert mit Mario kreuz und quer durch die Gegend. Er möchte uns einen Eindruck über dieses Gebiet vermitteln, führt uns zu verschiedenen Stollen, die alle ihre Besonderheiten haben, so als wollten sie nicht besucht werden: Der Eine hat eine riesige flächige Öffnung, ist jedoch umzäunt, weil nicht zugänglich - die Holzstützen sind morsch. Der Andere wäre stabil und begehbar, jedoch die ersten 20 m nur durch knietiefes Wasser. In den nächsten müsste man hineinkriechen. Für Experten mit entsprechender Spezialausrüstung wäre das kein Hindernis. Für uns ist das nichts, zumindest für heute. Mario meint, nur unter bestimmten Voraussetzungen würde er 2-3 Leute auf einmal in diese Stollen führen, wobei auch sprachliche Verständigung nötig wäre, um vor allem auf Gefahren und Schwierigkeiten aufmerksam machen zu können. Er zeigt uns eine Ader, verfolgt sie mit uns ein Stück und schließlich wandern wir wieder zurück zur Ausgangsstelle. Einige waschen noch im Wasser ihre Funde, wickeln jedes einzelne Stück vorsichtig in Zeitungspapier ein und wir machen uns auf den Weg zu unseren Autos.

Trotz Nässe und Schmutz und der Umständlichkeit, in Regenumhängen und mit Schirm suchen zu müssen, war diese Exkursion sehr interessant und aufschlussreich.

Ganz zufrieden also kehren wir in unser Hotel zurück und genießen nach dem Abendessen das erneute Zusammensein mit den italienischen Freunden des GMT im Zelt bei Film und Unterhaltung und einer wieder reich bestückten Tombola.

Gerhard kündigte in seinem Informationsbrief für den Sonntag folgendes an: 'Nach dem Frühstück haben wir im schönen Garten des Hotels die Möglichkeit, Mineralien mit unseren Sammlerfreunden des "GMT" zu tauschen.' Leider jedoch ist der Regen unerbittlich, er nötigt zu einer anderen Lösung. Abgesehen davon wäre der Platz im Garten ohnehin zu klein gewesen: Viele Biertische im Zelt sind nötig, um das umfangreiche Angebot an mitgebrachtem, tauschbarem Material zeigen zu können. Eine junge Goldschmiedin aus dem Ort verkauft wunderschönen selbst gefertigten Schmuck.
Paole Pastore

Wir zwei müssen leider vorzeitig abreisen. Ich will mich von Lino und Mario verabschieden, "mi dispiace, ma dobbiamo partire". Mario drückt mir die Hand und stellt mich schnell noch dem neben ihm stehenden Journalisten der Lokalpresse vor: 'questa signora parla italiano', und ich muss unbedingt noch erzählen, wie es uns gefallen hat usw. Dann schiebt er schnell ein paar Leute zusammen, "für ein Foto, ein Foto...!"

Viele Menschen haben eine Menge Zeit und Mühe aufgebracht, damit diese Tage zu einem schönen Erlebnis wurden, angefangen mit der Idee für diese Fahrt, bis zur Planung und Umsetzung - in München und vor Ort in Sant'Orsola - vielen Dank!

ML
September 2005