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Auf der Jagd nach den grünen Diamanten ...

so in etwa haben wir - das heißt, Rainer Timm, Ludwig Koch und Christoph Schuhmann - uns gefühlt, als wir Ende Oktober 1997 nach Tschechien fuhren, um Moldavite, "die Boten des Himmels", zu suchen.

Im Wohnmobil fuhren wir gegen Mittag in München los. Über Passau, Phillipsreut, Vimperg (Winterberg) erreichten wir Abends den Ort Netolice, wo wir uns zunächst eine Übernachtungsmöglichkeit suchten. Den Rest des Abends verbrachten wir mit Kartenstudium und Vorbereitung auf den nächsten Tag, der sehr staubig zu werden schien.
So spülten wir vorsichtshalber mit Budweiser u. Wein vor.

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem ausgedehnten Frühstück auf den Weg, die "Rallye Ceske Budejovice" zu bestreiten. Unsere Etappe an diesem Tag:
Netolice - Nemcice - Cesnovice - Zliv - Treblin - Divcice - Novosedly - Netolice - Hrbov - Lhenice - Chrastany - Jankov - Slavce - Vrabce - Budjovice - Milikovice. Fündiger Acker bei Locenice
Wir fuhren von Acker zu Acker. Die "Sonderprüfungen" bestanden aus intensiver Suche nach allem, was grün blitzte.
Selbst neben dem Atomkraftwerk Teplice haben wir die Äcker Meter für Meter abgesucht. Leider blieb der große Fund, von einigen grünen Glasscherben abgesehen, zunächst einmal aus. Der erste Moldavit mit der "spektakulären" Größe von 1cm x 1cm wurde von Rainer erst am späten Nachmittag in Luzice gefunden.
Ansonsten beschränkten sich die Funde auf bis zu daumendicken Schörl und Graphit am Ortsrand von Zabon und Chrastany, sowie Chalcedon in Luzice.
Am Ende dieser Etappe schlugen wir unser Nachtlager in Milikovice auf, wo wir nach einem langen Tag kilometerlanger Wanderungen über die Äcker den Staub mit Bier herunterspülten.



Am nächsten Morgen staunten wir nicht schlecht - der erste Schnee. Nach anfänglicher Uneinigkeit über die weiteren Aktionen an diesem Tag bzgl. des Schneefalls beschlossen wir, die Rallye und somit die Suche nach Moldaviten fortzusetzen. Wir fuhren über Besednice - Chlum nach Locenice. Immer wieder hielten wir an, um auf den Äckern zu suchen. Nach einem kurzen erfolglosen Intermezzo in einem Steinbruch erreichten wir Locenice. Erst hier wurden Rainer und Ludwig nach längerer Suche auf einem Acker am Ortsrand fündig (Mit uns suchten auch sehr viele Einheimische).

Gegen Mittag brachen wir auf, um Richtung Heimat zu fahren.
Über Chesky Krumlov erreichten wir Lenora, wo wir in einem Gasthof in der Mitte des Ortes zu Mittag aßen (Schnitzel, Pommes, Salat, 2 Bier und Palatschinken für 10,00 DM). Insgesamt war es ein schönes Wochenende. Das Wetter war passabel, wenn auch windig und kalt.

Um Moldavite leichter finden zu können, müßte man jedoch im Regen auf den abgeernteten Feldern suchen, da Moldavit im trockenen Zustand sehr dunkel und daher im Ackerboden schlecht zu erkennen ist.

Tip: Geld bereits in Deutschland wechseln (kommt billiger)
1 Glas Bier kostet auf dem Land etwa 0,80 DM,
1 Glas Wein kostet auf dem Land etwa 1,50 DM,
Übernachtung mit Frühstück im Landgasthof zwischen 300-500 Kronen (25-30 DM).

Christoph Schuhmann


Last update 23.08.1998

Münchener Mineralienfreunde e.V., Münchener Straße 23, 85540 Haar

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