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    Exkursion zum Wurtenkees/Kärnten (A)
    25. - 28.09.1997

    Angeregt durch den Septembervortrag von Herrn Dr. Gerhard Niedermayr bei den Münchener Mineralienfreunden, starteten einige Vereinsmitglieder zu einer Exkursion ins Wurtenkees.

    Am Donnerstag Mittag fuhren wir in München los und erreichten via Kufstein - Mittersill - durch den Felbertauerntunnel Lienz und von hier aus der Beschilderung "Mölltaler Gletscherbahnen" folgend, den Ort Flattach. Von hier aus führt eine enge, 15 km lange Serpentinenstraße hinauf zum Parkplatz an der Materialseilbahn zur Duisburger Hütte.

    Die ersten beiden, der Menzel Erich und der Brunner Hermann, kamen beim letzten Licht am Ziel an. Selbst zu dieser vorgerückten Stunde war noch intensiver Baulärm zu hören. Bald waren im Gelände die Raupenfahrzeuge zu sehen, die eine kilometerlange Skipiste in die Berglandschaft rissen.
    Unsere Spürnase führte uns sofort zu dem frisch aufgerissenen Terrain. Wir wurden auch prompt fündig und als unsere Kameraden Ludwig Koch und Rainer Timm kurze Zeit später eintrafen konnten wir die ersten wasserklaren Bergkristalle (ca. 5 cm) vorzeigen. Ermutigt durch den Fund zogen wir am nächsten Morgen bereits vor dem Frühstück los, um das Gelände genauer abzusuchen. So konnten wir noch flächenreichen Apatit (bis 7 mm) auf chloritisiertem Muttergestein bergen.

    Nach einem verspäteten Frühstück konzentrierten wir uns auf das Amethyst - Fundgebiet unterhalb des Weisseehauses (Vergleiche Lapis 3/92 und 5/92 sowie Mineralienwelt 6/96).
    Im gesamten Gebiet trafen wir zunächst nur ausgebeutete Klüfte an. Obwohl einer von uns hier bereits 1992 und 1995 in diesem Gebiet fündig war, konnten wir erst am frühen Nachmittag die ersten Amethyste finden. Unsere Freude war riesengroß. Überraschend war jedoch die Fundsituation. In mehreren parallel verlaufenden Rissen - ohne jegliche Quarzanzeige - waren Taschen ausgebildet, in denen lose Szepterkristalle lagen. Daneben konnten Kristallstufen geborgen werden, die zunächst nicht als Amethyste erkannt werden konnten, da sie mit einer Limonitschicht überzogen waren. Lediglich die Kristallform (zweite Generation) ließ auf Amethyst schließen, was sich bei der späteren Grobreinigung der Stufen im Bach bestätigte.

    Am Abend trafen wir uns im Weisseehaus noch mit zwei weiteren Vereinsmitgliedern, dem Wolfgang Zahnleiter und dem Christoph Schuhmann. Bei einem Glas Bier erzählten wir das Erlebte und schmiedeten Pläne für die folgenden Tage.

    In getrennten Gruppen suchten wir am nächsten Tag den Goldbergbau an der Fraganter-Scharte, die Region unterhalb der Herzog-Ernst-Spitze und erneut das Gebiet unterhalb des Weisseehauses auf. Das auf der Fraganter Scharte stehende Schild "Nationalpark Hohe Tauern" stimmte uns etwas nachdenklich, angesichts der Gegensätze, die hier aufeinander treffen. Insgesamt war es aber ein wunderschöner Bergtag und jeder konnte ein paar Stücke mit nach Hause nehmen.

    Am Abend feierten wir ausgiebig die schöne Tage und bewunderten nachts den prächtigen Sternenhimmel. Am Sonntag konnten wir an unserer Amethystfundstelle erneut einige Kristalle bergen, bevor es am Mittag gen Heimat ging.

    Wir erlebten ein wunderschönes Wochenende bei bestem Bergwetter und fuhren glücklich und zufrieden nach Hause, mit dem Wissen, daß wir die Letzten waren, die mit unseren Fahrzeugen bis ins Fundgebiet fahren durften. Seit diesem Wochenende ist die Fahrstraße ab der Talstation des "Mölltal-Express" für den öffentlichen Verkehr gesperrt! Die beiden Hüttenwirte sind jedoch bereit, das Gepäck der Gäste von der Bergstation abzuholen.

    Bericht von H. Brunner, L.Koch, E. Menzel, Ch. Schuhmann, R. Timm und W. Zahnleiter 08.03.1998


    Last update 08.03.1998

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